My History-Meine Geschichte

Vinylking 2001

 

Ein komplett anderes Verständnis und eine andere Definition des Begriffes Kunst …

Meine Wurzeln liegen in der momentan größten weltumspannenden Kunstbewegung, der Graffiti-/ Stylewritingkultur (klassenlose nichtgenehmigte und genehmigte Gestaltung und experimentelle Typografie/Schriftkunst und Schriftbilder im öffentlichen und privaten Raum), auf die ich durch den Film „U-Bahn-Bilder und Verrückte Beine” aufmerksam wurde. Dies war der ursprüngliche Titel des Films „Stylewars”, der in Deutschland das erste Mal 1985 im Fernsehen lief. Stylewriting/Graffiti hebt das vermeintlich elitäre Kunstmonopol auf und schafft eine Basis um eine umfassende und ursprüngliche Auffassung von Gestaltung und Werk in die Öffentlichkeit zu tragen und einen Medienwandel zu implementieren. Da Stylewriting den öffentlichen und privaten Raum als mediale Transportoberfläche nutzt, nahm und nimmt es den Freiheitsgeist der so genannten digitalen (sozialen) Netzwerke vorweg.

Als Projektionsfläche des Hasses auf  „wildes Graffiti“ bin ich gewohnt mit Vorwürfen umzugehen und gebe gerne bereitwillig Auskunft über die Hintergründe der angeblichen Paralellkultur Graffiti/Stylewriting/Street- Urban Art.

 Es ist der Künstler, der dem Material zu echtem Wert verhilft.  Bomber

LITTERIS SERVABITUR ORBIS

Trotz und/oder gerade wegen des vorherrschenden Bildungssystems hoffe ich zu einem kritischen Geist gereift zu sein und bin unter dem Künstlernamen/Pseudonym BOMBER schnell für meine extremes Wirken, meinem hohen Maß an Qualität bekannt und Vorbild einer ganzen Generation von Graffiti/Stylewritingkünstlern geworden. Während meines Kommunikationsdesign-Studiums von 1990 bis 1994 an der FH Darmstadt begann ich mich für digitale Bildbearbeitung zu interessieren, verleihe seitdem beiden Einflüssen in meiner Arbeit Ausdruck und war zwischenzeitlich Inhaber und Mitbegründer zweier Agenturen, Oxygen 1995 und Headlab (unter anderem mit Sandor Szabo, dem Erfinder der Milka lila Kuh) 2000.

Als Pionier innovierte ich viele Geschäftsideen und -felder rund um das Thema Urban Art/Lifestyle Kommunikation/Native Advertising und verstand frühzeitig Graffiti, respektive Stylewriting und die Benutzung der Farbsprühdose nicht nur als Problem, sondern als Gestaltungselement zu verstehen. So finanzierte ich mir mein Kommunikationsdesign-Studium an der FH Darmstadt mit Graffitiaufträgen, zusätzlich zum damaligen Bafög-Höchstsatz und erschuf meine erste Marke zusammen mit Thomas Markert, namens Ilegal Dzigns, 1990.

1992 und 1994 veranstaltete ich die bis dahin vermutlich größten Hip Hop Jams in Europa, Spring Jam 1 und 2 in Frankfurt. 1993 wurde ich eingeladen am Deutschland Part der Godfather of Rap Tour teilzunehmen. Earths Edge feat. MC CalSki, Darco, Fresh Force und ich begleiteten DJ Grandmaster Flash, Sugarhill Gang und Kurtis Blow in die Städte Karlsruhe, Hamburg und München.

 

 

Viele Reisen in die Schweiz, nach Frankreich, Spanien, England, Italien, Österreich und Polen folgten, in deren Zug ich eine Menge Kontakte knüpfte und Freundschaften band, die zum Großteil bis heute anhalten.

 

SIDA (AIDS) Festival Paris/Garche feat. Loomit, Darco, Bomber, Gawky, Specter 1993

 

Politiker sprechen gerne im Zusammenhang mit unbeauftragten Graffiti/Stylewriting von einem pädagogischen Problem. Dem möchte ich widersprechen und ungenehmtiges Graffiti im öffentlichen Raum nicht als Problem, sondern als Reaktion und Ergebnis einer soziokulturellen Entwicklung bezeichnen. Hierbei von einer Minderheit zu sprechen ist mittlerweile in Anbetracht der Kontinuität und Masse nur als untertriebene Unwahrheit zu bezeichnen.

Graffiti als zweite Instanz folgt nur der Sachbeschädigung. Prof. Hans Puttnies

Als Aktivist mit Chuzpe gründete ich mit vielen anderen Sprüherkollegen/-kolleginnen, Sprühkünstlern, Sprayern, anderen bildenden Künstlern, Anwälten, Politikern und Fans der Sprüh- und Fassadenkunst aus dem deutschsprachigen Raum den Verein Einwandfrei e. V. – Verein für Kunst im öffentlichen Raum.  Gegründet 2004, noch vor der BGB § 303 Änderung (Tatbestand der Sachbeschädigung) als Interessenvertretung, als Gegenpol einer Pauschalverurteilung und Lobby der Graffiti/Street- und Urban Art Bewegung, fristet dieser Verein mittlerweile leider nur nich ein Schattendasein und seine Aktivitäten liegen zum Großteil brach.

Natürlich ist Graffiti, respektive Stylewriting natürlich auch und vorrangig ein Gestaltungselement, die Farbsprühdose ein Gestaltungswerkzeug/Designtool, wenn auch oftmals ein unerwünschtes. Daher bilde ich seit 2007 zum Mediengestalter – Digital und Print aus und bin immer wieder Vortragender (z.B. auch über Semantik) an verschiedenen Veranstaltungen wie Pecha Kucha, der TEDx Rhein Main, Schulen oder auch Institutionen, wie z.B. der Goethe Universität.

2012 und 2013 war ich Schulkünstler des Schulkünstlerprojektes der Frankfurter Sparkassenstiftung. Zuerst an der Brüder Grimm Schule in Frankfurt am Main, deren Schülern ich im freiwilligen Nachmittagsunterricht einen einjährigen Einblick in die künstlerische Tätigkeit eines Künstlers/Gestalters bieten durfte. Ende 2013 durfte dann die Carl von Weinberg Schule in Niederrad in den Genuss eines Artworks kommen.

Nach 85 Praktikanten im Laufe der letzten 15 Jahren, bilde ich in meinem Gestaltungsbüro seit September 2013 meinen ersten Auszubildenden als Mediendesigner in Digital und Print aus. Dies bedeutet, daß ich keine Paktikumsgesuche mehr annehme.

 Nothing was ever achieved without enthusiasm Ralph Waldo Emerson

Bomber TEDx Rhein Main 2012 ”Everything communicates” © Christian Nielebock

 

Privat/46 Lieblingsplätze, eine Dokumentation für IKEA mit Fotos von Götz Schwan, 2003. Private/46 favourite places, a documentary for IKEA with pictures by photographer Götz Schwan.

 

 A totaly different meaning and appreciation of the word art …

»Bomber« as the name itself, results out from the early style writing/graffiti years and stands in one part as a pseudonym of the artist, and in second for the name of one famous, german style writing/ graffiti legends.