Allgemein

Moers: Ich beziehe so wenig wie möglich aus dem täglichen Leben für meine Arbeit. Realität gibt’s ja schon, warum soll ich sie abbilden?

Woher rührt eigentlich das Klischee, vorrangig im deutschsprachigen Raum, das Comics keine Kultur seien? Sind diese Thesen noch Reste der Propaganda aus dem dritten Reich? Selbst heute hat es das Comic in deutschen Landen immer noch viel schwieriger als z.B. im frankobelgischen Raum, wo es ganze Schulen eines Zeichenstils existieren. Ist es die verkopfte und unlustige Humorlustigkeit die uns angedichtet wird? Der vermeintliche Selbsthass und die „german angst”? Liegt das an unserem gestörten Selbstbewusstsein, immer Sieger sein zu müssen, immer den ersten Platz einzufordern? Schön...

Rammellzee R.I.P.

Das Freaksterben geht weiter. 2010 sterben die Graffitikings wohl wie die Fliegen: Gothic Futurism und Iconoplast Panzerism in full effect. Die beiden großen Namen New York Citys, neben Futura 2000 waren für mich immer Rammellzee (da er ja auch noch rappte und auch sonst sich nicht für ein freakig-funkiges Future-Outfit zu schade war) und Phase II. Sehr schade. R.I.P.

Thats how the hype is started …

Wow. Patti Astor, Fab 5 Freddy, Lee, The Beasty Boys und eine Menge mehr, wie z.B. Madonna, Martha Cooper und A-One, Keith Haring, Futura 2000 und J.M. Basquiat. So begann der mediale Hype von Hip Hop und Graffiti: http://www.youtube.com/watch?v=wf9HfC32nzw Und woher der Begriff ZOO YORK stammt: http://vimeo.com/9060071 Danke an Quik, NYC.

GigaGraffitileinwand für Gigasaurier Ausstellung

Für das Senckenberg Museum in Frankfurt wurde ich beauftragt eine 6 x 10 m Leinwand zu erstellen und einen Workshop durchzuführen. Umsetzung mit der Dose ist, bei gutem Wetter am Güterplatz vom 29.06. bis zum 01.07.2010. VIP Opening am 01.07.10 ab 19.00 Uhr. Info unter http://gigasaurier.senckenberg.de/ Oben: Selbstportrait 2010 Hier schonmal eine nette Bildergalerie.

Hyperspeed!

Hui, liebes Online Tagebuch. Heute konnte man froh sein, wenn man das Verkehrschaos lebend überstanden hat. Ich hatte den Eindruck alle standen unter ungeheurem Druck und sehr viele hatten die ach so clevere Idee in ein verlängertes Wochenende zu fahren. Und das taten sie dann alle. Aber wie sie das taten, war eine mörderische Ausgeburt an Aggression. Porsche, BMW, Mercedes, Audi und Co. (Andere Fahrzeugarten sind scheints bei den ferngesteuerten Damen und Herren Manager und Directors nicht mehr en vogue) jagten kleine Fahrzeuge und schenkten sich keinen Zentimeter, hielten kaum noch Abstand...

„Feast Your Eyes”

Endlich passiert einmal ein wenig in Frankfurt. GALERIE STATION 86.01 Anattitude: THE EXHIBITION „Feast Your Eyes“ Anattitude Magazine proudly presents: women in Hip Hop culture -------------------------------------------------------------- Mi. 26.05 bis Sa. 03.07.2010 Eröffnung Mi 26.5.2010 20:00 Zur Eröffnung legen Double D & Jee-Nice funky Hip Hop tunes auf Gastkurator: Dirk Krecker Seit 2005 gibt Jeannette Petri a.k.a. Jee-Nice die Zeitschrift “Anattitude Magazine” heraus. Anattitude ist ein unabhängiges Printmagazin, das die feminine Hip Hop Kultur...

Torchs Engagement

Haiti wurde heftigst gebeutelt und ist, wie so vieles schon wieder längst aus dem Medienzirkus verschwunden. Trotzdem ist da noch längst kein „normales” Leben möglich. Wohl vorher auch kaum, da Haiti extrem arm ist. Ich kann nur jedem/jeder raten sich da einen Ruck zu geben und dem Projekt von Torch/DJ Haitian Star unter die Arme zu greifen. Wer braucht schon ein neues Auto oder ein iPhone, wenns ums nackte Überleben geht? http://marasa.org Foto: © Helge Steinmann 1991

Darf es eine Kunst ohne wirtschaftlichen Erfolg überhaupt geben?

Laut deutschem Steuerrecht anscheinend eher nicht. Da hier alles und jeder dazu verpflichtet ist, eine ständige Gewinnmaximierung zu erzielen (und selbst wenn dieser Gewinn nur 1 Cent groß ist). Ansonsten drohen harte Strafen wie Beugehaft und Restriktionen wie Hartz 4, ALG II. Laut deutschem Recht aber schon. Die Kunst ist frei laut Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes. Heutzutage muss man als Künstler den Unternehmer miemen (spätestens seit Wahols factory eine absolut gegessene Sache), denn eine andere Möglichkeit bietet sich nicht, von „seiner” Kunst leben zu dürfen. Bestes...

Schlafen die Kartellbehörden?

Wieso wundert sich eigentlich niemand über die imens gestiegenen Energiekosten? Der Energiemarkt ist nahezu explodiert. Wenn ich heute meine Rechnungen von vor ca. 2-3 Jahren anschaue hat sich mein Kostenapparat um nahezu 250 % verteuert. Wie kann das sein? Ich mache meine Rechner immer aus, habe weniger Verbraucher, Energiesparlampen und und und … Aus der Politik muss ich lesen, dass sich darum gekümmert wird, umgekehrt sitzt man in Aufsichtsräten und verdient bei dieser Doppelmoral nicht schlecht. Wo sind hier die Bild Zeitungs-Headlines in 375 Punkt Schriftgröße? Und falls...

I LOVE AMERICA : MAY 5, 2010

FRANÇAIS Du 5 au 22 mai le Studio 55 Urban Arts Gallery accueille l'exposition "I love America. Regards américains, regards sur l'Amérique". 3, 5 et 9 rue de Duras, Paris 8ème L'Amérique, terre d'opportunités et mère patrie du graffiti, a longtemps été une source d'inspiration pour les artistes du monde entier. Grâce à la puissance de sa culture exportée via le cinéma et la télévision ou à travers les icônes populaires que sont les super-héros de bandes dessinées les grandes marques commerciales, l'impact sur le public de tout ce qui est américain ne cesse de croître et de se propager....

Meinungsfreiheit muss man sich kaufen?

Meinungen (gebildete und vorgefertigte á la „BILD Dir deine Meinung”) im öffentlichen Raum sind nicht zugelassen, wenn sie nicht die vermeintlich finanzielle Macht haben um sich den Platz in der Öffentlichkeit kaufen zu dürfen. Anders kann ich mir die einseitige „Kommunikation” von Konzernen und Institutionen nicht erklären. Wir gestehen hierbei Unternehmen mehr Freiheiten, als dem Einzelsubjekt Bürger zu. Warum eigentlich? Ist echte Demokratie machbar, Herr Nachbar? Bild: © Helge Steinmann/Bomber VG Bild Kunst 2010 (leider nach einem Monat schon wieder übermalt...

Tellerrandhüpfer

Noch nicht lange alles ist im Netz zu finden. Finde ich auch ganz gut so. Gerne lese ich mich über geistige Tellerränder und freue mich über Brüder (jaja, und auch Schwestern) im Geiste. Sozusagen Menschen, die auch gerne über Grenzen hinaus denken/dachten und dann auch vielleicht handeln. Neulich entdeckt und daher unbedingt zu empfehlen. Lustig und voller Wahrhaftigkeit und wirklich extrem leicht zu lesen: Friedhelm Moser; Kleine Philosophie für Nichtphilosophen mit Verweisen auf Henry Thoreaus „Walden” und viele andere Schmankerl aus Denkstuben vergangener und bestehender Grenzüberschreiter. Herrlich....

Gary Larson und die andere Seite

Wer mich kennt, weiss wie sehr ich guten Humor liebe und vor allen Dingen, Gary Larson. Leider hat er schon 1995 aufgehört zu zeichnen und ist mit 44 in Rente gegangen. Dafür hat diese sehr spezielle Art Witz zahllose Nachahmer und Kopisten weltweit hervorgebracht. Glücklicherweise konnte ich Anfang der 90er mehrere Bände seiner Serie The farside collection von Goldmann günstig erstehen. Von Larson findet man auch kaum Arbeiten online, da er berechtigterweise urheberrechtliche Bedenken hegt und dagegen vorgeht. Wer diese Bücher irgendwo sieht (Flohmarkt oder wo auch immer), dem kann ich nur ans Herz...

Der „gesunde” Menschenverstand

In Deutschland gibt es o.g. Wort gerne als Vernunftsmaß, dass von innen heraus eine Funktion beinhaltet, die mit einer sozial-moralischen Instanz gleichgesetzt werden könnte. Wenn ich mir die Menge der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Steuerberater und ähnlicher „Dienstleister” anschaue, die Menge der vermeintlichen Vermögensverwalter -vermehrer,  sind wir in einer Gesellschaft angekommen in der Betrug eine größere Leistung darstellt als z.B. eine künstlerisch erschaffende. Wie kann das sein, das Menschen, die offensichtlich nichts leisten bzw. nur deligierende Funktion inne...

„Bauen und kein Ende” …

… babelt es sich doch gerade überall, so scheints nicht nur mir. Der imense Leerstand nicht nur von Büro- und Lagerflächen interessiert anscheinend die Herren in den Aufsichtsräten keinen Deut und es wird munter weiterer Leerstand hinzugefügt. Überall bilden sich aus der Not heraus kleine Bürogemeinschaften aus Künstler, Grafikern, ModedesignerInnen und Architekten, während nebenan meistens ein ungenutzter Wolkenkratzer totgemanaged wird. Zumindest kommt es mir so in Frankfurt vor. Liegt das wirklich nur am vermeintlichen Privatbesitz dieser florentinischen Türme? Ich glaube das nicht. Ich...