Spring Jam

Nach meinem Zivildienst und während meines Kommunikationsdesign Studiums an der FH Darmstadt erdachte ich den mit DJ Cutmaster GB/ Gerry Bachmann in Anlehnung an Summer Jam und Spring Break genannten Spring Jam 1992. Dieser Hip Hop Jam war für damalige deutsche Verhältnisse einmalig und stach aus der Masse heraus und übertraf unter dem Support der PR-Agentur Leipziger & Partner unsere kühnsten Vorstellungen. Über 4.500 B-Boys, Writer, Rapper, DJs und HipHop Interessierte kamen am 21.03.1992 aus allen Teilen der Welt in die Frankfurter Kommunikationsfabrik in der Schmidtstr. 12 und das sogar schon gegen 08.00 Uhr, obwohl der eigentliche Einlaß erst um 20.00 Uhr war. Sogar aus Australien kamen Begeisterte, die dann gleich 15 Monate länger in Frankfurt verweilten. Unschöne Randgeschichte waren Horden Berliner Gangmembers die den Jam teilweise übernahmen und die damals in ganz Deutschland viele Hip Hop Jams stürmten und dort auch für Verletzte sorgten. Ein kontraproduktiver Punkt, der Nachwehen bis heute zeigt.

Einen Abend vorher eröffneten wir in den gleichen Hallen die dazugehörige Graffiti-Expo Coming from the dark, die durch die damalige Frankfurter Kulturdezernentin Linda Reisch eröffnet wurde.

Unter dem begeisterten Auftritt der BBoy Breakdance Pioniere Rocksteady Crew aus New York, deren Mitglieder zum ersten Mal, nach 10 Jahren wieder in Europa auftauchten, kristallisierten sich auch deutsche Stars heraus wie z.B. Storm, Speedy, JBK, Bensheim Steve.

Die Fantatsischen Vier legten einen ebenso fantastischen Auftritt hin.

Frankfurt war damals einer der Leuchttürme des deutschen Hip Hop Segment und das Line Up konnte sich sehen lassen:

Acts: LSD, Die Fantastischen Vier, Partners in Crime, Controversial Unique Style, Aquarius Answer, King F.S., P.U.L.S.E., Iz + Tone/Konkret Finn, Cora, Hi Style, State of Departments, Endtwo, Earth`s Edge

DJs: Charles Key B, Cutmaster GB

BBoys: Rocksteady Crew USA, Rocksteady Crew Europe, Battle Squad, Supreme Force, Fresh Force. Graffiti Artists/Writer: Mode2, Loomit, Amok, Won, Gor, Gawki, Bomber, Gee, Katmando, Kaos, Nise, Brain.

Zum ersten Mal saß ich an einem Computer, einem Apple Macintosh Quadra 740 und gestaltete in Freehand 1.5 ein Din A1 Plakat bei der AFP-Agentur für Produktion und einen dazugehörigen Flyer montierte ich noch per Hand.

 

Wenn ich mich recht entsinne, sind wir dann 1993 mit Cutmaster GBs Label Earth’s Edge durch Deutschland getourt. Die Tour hieß Godfathers of Rap und mit von der Party waren neben den Writern und Breakern der Fresh Force und MC Cal Ski, Darco und mir (Bomber), die Titanen und Heroes des Rap schlechthin: SugarHill Gang, Kurtis Blow und niemand geringeres als Adam Saddler himself, a.k.a. DJ Grandmaster Flash. Das war vielleicht ne Nummer …

 

Angeregt durch den Erfolg fand der zweite Spring Jam 1994 im damaligen Frankfurter Volksbildungsheim statt. 1993 nahm ich mir einen Kredit bei der Bank und kaufte mir einen Apple Macintosh Centris 660 AV mit sage und schreibe 250 MB Festplatte und 16 MB RAM sowie die dazugehörige Peripherie. Darauf layoutete ich für mich heute schwer nachvollziehbar, Plattencover und unter anderem das Artwork für den zweiten Spring Jam.

Auftretende Acts am 21.05.1994 waren u.a.: Coldcrush Brothers, Grandmixer D.ST. („Rock it” mit Herbie Hancock), Too Strong, Ai Tiem, Massive Töne, Agit Jazz (feat. Max Herre), Cora E. & Marius No.1, Zulu Soundsystem feat. Torch, Toni L und Boulevard Bou, Konkret Finn.

DJs:Ezee Mike, J.M. Spot, Cutmaster GB

BBoys: Electric Force feat. Lil sput & E.Z. Al, Zulu Gremlin, Awayz rocin tuf, Supreme Force, Battle Squad, Fresh Force,

Graffiti Artists/Writer: Futura 2000, Koor, Jon One, Sharp, Quik, A-One, Delta, Skki, Scum, Dare, Won, Gor, Bomber, Phos4, RCF1, Inka, Can2, Jive, Rew und Snek.

 

 

 

 

BBOYing:

DJing:

P.S.: Nach wie vor bin ich auf der Suche nach Fotomaterial und Videos der Events.